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Programm
Öffentlicher Raum, privater Raum, der Drang zu Mit-Teilung und
Gestaltung, Individualität im pulsierenden Austausch mit der Polis,
das Bauen von Räumen fließender Kommunikation – das sind die
Grundthemen der Arbeit des Heidelberger UnterwegsTheaters seit 21
Jahren.
Mit ARTORT hat das UT sein originäres Festivalformat gefunden, das
aktuelle Tendenzen in der Kunst zu einem Gesamtkunstwerk
destilliert. Lichtkunst, temporäre Architektur, Tanz, Klang,
Bild(medien) sind die Elemente, aus denen sich der ausseralltägliche
Erlebnisraum zusammenfügt, der an ausgessuchten urbanen Stadtplätzen
temporär geschaffen wird. ARTORT bringt die Kunst zurück in den
Alltag, barrierefrei, zurück zu den “Wurzeln des Theaters“.
Nach einer erfolgreichen Dekade des Festivals für zeitgenössischen
Tanz „TANZinternational“ (1991 – 2000) hat das UT im Jahr 2000 damit
begonnen, Projekte ausserhalb des klassischen Theaterraumes zu
erarbeiten. Dabei kann die Zuschauer- und Bühnenraum vereinende
Produktion „Jaywalk – das Überqueren der Fahrbahn bei Rot“, mit der
das UT auf der EXPO 2000 in Hannover die Ehre hatte, den
zeitgenössischen Tanz aus Baden-Württemberg zu vertreten, als Beginn
dieser Entwicklung gesehen werden. Es folgten begehbare,
performative Installationen wie „übernberg“ (2001), „wahn &
sinn“(2002) in und um die Klingenteichhalle, „InTransit“ (2002) am
Adenauerplatz, die H2O-Show (2003) im Alten Hallenbad, „TanzUrban“
(2003) mit Brückenbau am Stadtgarten, „Composing the Space“ (2004)
im Psychologischen Institut der Universität Heidelberg,
„Spitalillusion“ (2004) auf dem Kornmarkt, die Interventionen im
privaten Raum „Schöner Wohnen“ (2003/2004) mit internationalem Tanz
in Heidelberger Privatwohnungen. Mit der Container-Installation auf
dem Universitätsplatz im Herzen der Altstadt gelang dem UT 2006 ein
spektakuläres Comeback nach dem erzwungenen Pausenjahr 2005 mangels
Spielstätte. Das Alte Hallenbad wurde 2007/2008 zum ARTORT der
besonderen Art, konnte hier über den Zeitraum von zwei Jahren, die
Vision eines spartenübergreifenden Produktionsraumes
zeitgenössischer, freischaffender Künstler Wirklichkeit werden.

2009 ist die Heidelberger Heiliggeistkirche und ihr unmittelbares
Umfeld Schauplatz für ARTORT. Kirche, Marktplatz, Rathaus. Mit
diesem Dreiklang spielt die Inszenierung von Jai Gonzales und
Bernhard Fauser, in der internationale TänzerInnen, SängerInnen und
MusikerInnen, LichtkünstlerInnen und Architekten für die Dauer von
12 Vorstellungen „en passant“ Themen wie Spiritualität, Mythos,
weltliche (Un)Ordnung streifen und ein kulturelles Highlight zum
Nachdenken, Staunen und Genießen versprechen. ARTORT 2009 findet in
Kooperation mit der Heiliggeist-City-Kirche statt.
Der Parcours:
Rathaus: Ausgangsort der Installation mit Tanz auf dem Balkon sowie
als „Drehort“ des Filmes „(Un)Ordnung“ mit TänzerInnen im Innenraum
Rathaus.
Marktplatz: „Dem Herkules ganz nah“ – Begehbares, temporäres,
architektonisches „Interieur“um die Herkulesskulptur. Verwandelbare
(Film) Rathausfassade mittels Projektion, Spiel mit Perspektive,
Lichtinstallation.
Kirche: Ausseninszenierung durch Beleuchtung-Lichtdesign, innen
„Licht-All“, Projektionen mit Tanz, Gesang, Musik, Foto (+
Ausstellung lokaler Fotografen auf der Empore)
ARTORT orientiert sich an Festivals wie „Son et lumière“ oder „Luminale
Frankfurt“, betont aber neben der Präsentation neuester Licht- und
Medien-Technik die Inszenzierung öffentlicher Räume und Plätze mit
Live-Künstlern d.h. performativem Ansatz in eigener Regie und
Choreographie. Ziel ist es, ein Gesamtkunstwerk zu schaffen, durch
das der Zuschauer hindurchläuft, und seine Betrachtungen,
Empfindungen und Assoziationen aktiv „dreidimensional“ d.h.
„körperlich“ erfährt und zusammensetzt. Dabei ist insbesondere der
„demokratisierende Effekt“ gewünscht, der das Publikum in das
künstlerische Geschehen mit einbezieht und durch den Wegfall der
klassischen Bühnensituation neue Zuschauerkreise an zeigenössische
Ausdrucksformen heranführen möchte. Ziel ist es ebenso, ARTORT als
Festival für Tanz- ,Lichtkunst und Urbanismus in der Metropolregion
Rhein-Neckar zu verankern und nach innen wie außen „innovativ und
konstruktiv“ auszustrahlen. |