Cooperativa Maura Morales – Phaidra, Die Virtuosität Des Leidens, Fr. + Sa./24./25.11.2017

Cooperativa Maura Morales – Phaidra, die Virtuosität des Leidens, Fr. + Sa./24./25.11.2017

24.11.2017 - 25.11.2017 / 20:00 - 21:15 Uhr / HebelHalle - Künstlerhaus UnterwegsTheater


Phaidra – Die Virtuosität des Leidens

Ein Tanzstück für 3 Tänzer*innen und 2 Livemusiker

Konzept: Maura Morales, Michio
Choreographie + Regie: Maura Morales
Tanz: Yotam Peled, Chang Ik Oh, Maura Morales
Komposition + Live-Musik: Michio
Stimme: Sandra Carrasco
Bühnenbild: Maura Morales, Philipp Zander
Lichtdesign: Philipp Zander
Choreographische Assistenz: Victoria Pérez Miranda
Dramaturgie: Maura Morales, Pablo Ley
Kostüm: Tina Miyake

Gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, durch das Choreographische Centrum/Heidelberg sowie durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
Eine Produktion der COOPERATIVA MAURA MORALES in Koproduktion mit Ringlokschuppen/Ruhr, Forum Freies Theater- FFT/ Düsseldorf, Pumpenhaus/Münster

Pablo Ley Francelli über “Phaidra- Die Virtuosität des Leidens”
Der Mythos von Phaidra, wie ihn Maura Morales nach Euripides und Seneca auslegt, ist die Geschichte einer doppelten Anziehungskraft. Auf der einen Seite fühlt sich Phaidra gefangen im Gravitationsfeld ihres Ehemanns Theseus, dem sie zu entfliehen versucht. Auf der anderen Seite wird sie angezogen von ihrem Stiefsohn Hippolyt, der sie jedoch zurückweist. Das Drama einer reifen Frau, in fataler Weise verlockt durch die Jugendlichkeit, ist aber noch mit weiteren und stärkeren Bedeutungen aufgeladen. In ihrer Auslegung des Mythos will Maura Morales diese vielfältigen Spannungen nicht verlieren: die Spannungen zwischen aufwärts und abwärts, zwischen dem Transzendenten und dem Vitalen, zwischen dem Unterirdischen und dem Oberirdischen, zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Aus dieser auf Phaidra wirkenden doppelten Anziehungskraft entwickelte sich nicht nur das zentrale Konzept der Choreographie, sondern auch die Auswahl der Darsteller. Die unterirdische Schwerkraft des Theseus wird von Chang Ik Oh verkörpert, einem Tänzer ausgebildet im Butoh, einem Tanz, der fest auf dem Boden verankert ist. Die luftige Schwerelosigkeit des Hippolyt hingegen wird von Yotam Peled dargestellt, einem auch in der Luftakrobatik ausgebildeten Tänzer. Phaidra schließlich, dieser gefolterte Charakter, Opfer ihrer eigenen Taten, wird von Maura Morales selbst interpretiert, in ihrem unverwechselbaren Stil, in dem sich der Körper in krampfartiger Weise abseits des Willens zu bewegen scheint.
Die Musik und ihre Interpreten treten in gewisser Weise an die Stelle der Götter in der klassischen Tragödie. Sandra Carrasco, oben auf der Schaukel, nimmt so in mancher Hinsicht den Platz von Aphrodite, Artemis und Persephone ein, drei der beteiligten Göttinnen in dieser Dreiecksgeschichte über Liebe, Reinheit und Tod. Michio, als Komponist und Interpret, wird gewissermaßen zum Demiurg, der die verborgenen Fäden dieser Geschichte bewegt.

 

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