Archiv für Juli 2008Betrifft: RNZ, 24.07.2008, S.2, Artikel über Auma Obama Sehr geehrter Herr Welzel, In einem fast halbseitigen Artikel voller unvollständiger Informationen über eine Person, die Sie nicht kennen und mit der Sie offenbar kein Wort gesprochen haben, zeichnen Sie in Bildzeitungsmanier ein verzerrtes, abfälliges Bild von Auma Obama, der Halbschwester des amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama. Auma Obamas Kritik an den Einstellungen vieler Deutscher, die auf oftmals klischeehaften Bildern von Afrika und den Schwarzen beruhen, sowie an unterschwelligem Rassismus, der weiter verbreitet ist, als Sie vielleicht ahnen, greifen Sie auf, um sich als beleidigter Heidelberger (oder Deutscher?) zu gebärden. Das jedenfalls offenbart der zynische Stil Ihres Artikels. Fast aus jedem Ihrer Sätze spricht höhnische Missbilligung einer Frau, die ich – wohlgemerkt: eine Deutsche – als sehr sensible, offene, begeisterungs-, aber auch entrüstungsfähige und höchst kluge und kritische Frau kennen gelernt habe, jemanden, der sich vielseitig gebildet hat, weit gereist ist, in vier deutschen Städten gelebt hat und mit Menschen aus den verschiedensten Ländern in Kontakt stand und steht. Auma Obamas Sicht ist bei Weitem nicht so eng wie Ihre es zu sein scheint (Sie glauben doch nicht im Ernst, dass Barack Obama diese EINE deutsche Stadt deswegen nicht aufsucht, weil die Gespräche mit seiner Schwester ihn angeblich so abgeschreckt haben). Und sie war in ihrer Heidelberger Zeit – nach Saarbrücken und vor Bayreuth und Berlin – auch keine “kleine Miss” und “schnupperte” nicht an der Universität Heidelberg, sondern hat hier ernsthaft studiert und musste sich als Fremde in einer vollkommen anderen Kultur als ihrer eigenen kenianischen, einer gemeinschafts- und familienbetonten Kultur, zurechtfinden. Da wundert es Sie, dass sie auch einsam war und nicht nur Loblieder auf Heidelberg singt? Dass Auma Obama in Heidelberg auch viele gute Momente erlebt hat, kann Ihnen eine langjährige Freundin von ihr versichern. Maria Hoffmann-Dartevelle, Literaturübersetzerin, Kirchheim art ort 008 Tanzinstallation des UnterwegsTheater Heidelberg mit Konzept und Regie: Jai Gonzales Performer: Stavros Apostolatos, Pim Boonprakob, Ini Dill, Daniel Stimme: Matthias Horn ! Geänderte Vorstellungstermine ! Tickets zu 15,– Euro (10,– Euro erm.): „Aprendiendo a caminar otra vez – Noch einmal Laufen lernen“ heißt die „Die Kunst, wie das Leben bewegt sich zyklisch. Der Anfang ist immer
Jul
15
2008
Gute Bauten – Ausstellung im Damenbad bis 20.7.08 (10.00-18.00)Geschrieben von fauser in aha!, ausstellungTanzproduktion des UnterwegsTheater Heidelberg mit 7 TänzerInnen, Filmprojektionen und Klangräumen 03.-06.07.2008, 20.30 Uhr, im Alten Hallenbad 26.-29.06, 20.30 Uhr Für die in Peru geborene und in Heidelberg lebende Choreographin Jai Gonzales ist „Zorn“ eine in der heutigen Gesellschaft unterdrückte, unauslebbare Emotion, die sich allenfalls in individuellen, grausamen Akten des Jähzorns entlädt. Im ursprünglichen „Zorn“ liege eine ungeheure, gewaltige Kraft: Das spiegelten nicht nur die großen Texte der griechischen Mythologie oder der Bibel wider. Ist „Zorn“ etwa, wie die Liebe, ein dem Göttlichen zugesprochenes Gefühl – ein heiliges Gefühl? „Zorn“ in seiner tieferen Bedeutung ist weit mehr als sich entladende Wut. „Zorn“ ist eine Reaktion auf Ungerechtigkeit und Leid. Wir haben verlernt, in diesem Sinne zornig zu sein. Heute ergehen wir uns in politischen „Empörungsdebatten“, die allenfalls dazu dienen, das nicht mehr Tolerierbare der wachsenden Ungerechtigkeit und Unterdrückung in ein familiäres, gesellschaftsfähiges Vokabular zu transformieren, grausame Bilder (man denke an die Banalisierung des Leidens und der Ungerechtigkeit durch die Medien) Wohnzimmer tauglich zu präsentieren. „Zorn“ als Reaktion auf die Ungerechtigkeit in dieser Welt drängt auf politische Veränderung, darum ist „Zorn“ weit mehr als ein Begriff aus der Psychologie. „Zorn“ ist eine ethisch-moralische Haltung – aber kein Freischein zur Gewaltausübung. Im „Zorn“ liegt die Kraft zur kollektiven Mobilisierung und damit zur politischen Veränderung. Den schmalen Grat zur kollektiven Verblendung hat die Menschheit mehr als einmal überschritten. Im geschützten Raum der Bühne wendet sich Gonzales der unbändigen Kraft des „Zorns“ zu und verwandelt ihn in kontrollierte Bilder und Gesten. |

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