Archiv für die Kategorie: “event”

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ART ORT 2010

In der Zeit vom 1.-10. Oktober veranstaltet das UnterwegsTheater das Festival “ARTORT – Kunst im Öffentlichen Raum”parallel zur Eröffnung der neuen Spielstätte HebelHalle in der Hebelstr. 9. (Weststadt)

Themen der diesjährigen Ausgabe sind “Mehr Weg” (die Benutzung von Recyclingmaterial und moderner LED-Technik) und “vom Zentrum an die Peripherie” ( Die expansive Kraft einer Stadt zur Peripherie. Der Weg von innen nach außen. )

Der diesjährige Parcours führt die Menschen „extra muros“ und will den Blick für neue Landschaften öffnen. Bismarckplatz und Hebelstr. werden mit einer “artort-Straßenbahn” verbunden. In der HebelHalle erwartet das Publikum zeitgenössischer Tanz, temporäre Architektur und Videoinstallation.

Zum fünften Mal findet das Festivl ARTORT – Kunst im Öffentlichen Raum in Heidelberg statt. Wie immer bei ARTORT ist es der Parcours, die Bewegung des Publikums, auf was es ankommt. Dabei ist für die Festivalmacher die Rolle des Zuschauers die einer Person, die in das Kunstgeschehen verwickelt, Teil des künstlerischen Events wird und ihren Körper und Geist benutzt, dieses zu bereichern. Was dabei zählt ist der veränderte Blickwinkel. Mit einem Auge auf die Geschichte Heidelbergs, mit dem anderen die zukünftige Entwicklung mitgestaltend, lädt das UnterwegsTheater ein zu einem reizvollen Kunst-Parcours zwischen Bismarckgarten (ehemals Hafen der Stadt) und der HebelHalle (ehemals Industriehalle Metallverarbeitung)

Unter dem Motto „Mehr Weg“ und der Benutzung von Recyclingmaterial, moderner LED-Technik und einfachen Bauelementen entstehen am Bismarckgarten Lichtinstallationen; „Fireflies“ von F. Mariotti, Zürich, „Breathing Trees“ von Creatmosphere, London und „Hafentor“ von UnterwegsTheater und Laurent Louyer.

Und auf geht´s mit der ARTORT-Straßenbahn zur HebelHalle, nach einem kurzen Abstecher in den urbanen Tanz am Bismarckplatz. (Felix Felixine, Compagnie 7273, Ensemble UnterwegsTheater)

„Extra muros“ in der HebelHalle, warten auf den Zuschauer die Magie der Projektion von Casamagica, die verblüffenden Sinnestäuschungen des Pariser Malers und Fotografen Georges Rousse, temporäre Architektur von simraysir und internationaler Tanz mit Ember, Barcelona, Muriel Romero, Madrid, Compagnie 7273, Genf, Britta Lieberknecht, Köln.

ART ORT ist eine Veranstaltung des UnterwegsTheater, unterstützt vomMinisterium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, gefördert von der Stadt Heidelberg

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Foto: Casa Magica, Kölner Dom 2004

Während zum Thema Spielstättenfrage des UnterwegsTheaters bis zu der
bevorstehenden Haushaltsverabschiedung der Heidelberger Verwaltung und
des Gemeinderates noch um etwas Geduld gebeten werden muß, ist eines
schon jetzt gewiss:

Im kommenden Jahr wird die Heiliggeistkirche mit ihrem unmittelbaren
Umfeld zum “Herzstück” von ARTORT 2009. Der Vorschlag dazu kam von der
Citykirche, der Dekanin Dr. Marlene Schwöbel und den beiden Altstadtpfarrern
Sigrid Zweygart-Peréz und Martin Hauger.

Hinter dem Begriff ARTORT verbirgt sich das aktuelle Festivalformat
des UnterwegsTheaters. Es entwickelte sich nach einer erfolgreichen
Dekade „TANZinterantional-Festival“(1991-2000) in den Jahren 2002 bis
2004 mit der Suche nach einem zeitgemäßen Festivalformat über die
Interventionen im Öffentlichen Raum „IN TRANSIT“ am Adenauerplatz
2002, der „H2O-Show“ (Altes Hallenbad) und TANZURBAN (temporäre Brücke
am Stadtgarten) 2003, COMPOSING THE SPACE (Psychologisches Institut
der Universität Heidelberg) und SPITALILLUSION (am Kornmarkt) 2004 und
der CONTAINER-Installation auf dem Universitätsplatz 2006.

ARTORT thematisiert an immer neuen Stadt-Orten die Verflechtung von
privaten und öffentlichen Räumen, beziehungsweise deren ständige und
manchmal auch unmerkliche Verschiebungen. Mit den Mitteln des Tanzes,
des Lichts, der Neuen Medien, der Musik und der temporären Architektur
schafft das UnterwegsTheater mit einem jeweils auf den ausgesuchten Ort

zugeschnittenen Kreativteam einen außeralltäglichen Erlebnisraum.

2009 versprechen ein hochkarätiges Ensemble internationaler
TänzerInnen, das Innovativste moderner Projektionstechnik und
hervorragende, regional verankerte MusikerInnen unter der Regie von
Jai Gonzales und Bernhard Fauser ein einmaliges Erlebnis. Das
renommierte Licht-Künstlerduo „Casa Magica“ aus Tübingen (Sabine
Weißinger und Friedrich Förster) konnte für eine Zusammenarbeit zu
diesem begehbaren Kunst-Installation-Event gewonnen werden. Dabei ist
die Idee, das „Kirchenschiff“ mittels großflächiger Projektionen in
einen veritablen, visuell außergewöhnlichen „Sakralraum“ zu verwandeln
ein absolutes Novum in Heidelberg.

Für die Finanzierung dieses Festivalprojekts suchen die Macher des
UnterwegsTheaters Menschen und Sponsoren mit einem Faible für
Innovation, Bewegung und Offenheit, die sich zu Künstlerischem
Schaffen „made in Heidelberg” bekennen.

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Freitag, 3.10. und Samstag, 4.10.08, 20 Uhr

Altes Hallenbad Heidelberg / Eingang Poststraße

Abendkasse ab 19 Uhr

Eintritt: 15,– Euro, 10,– Euro ermäßigt

Thomas Hauert und seine Brüssler Kompagnie ZOO zeigen im Alten Hallenbad die gefeierte 

Choregraphie “accords”, die zur “besten Tanzshow” des Jahres in Belgien gekürt wurde.

Sacrale Klänge neben Vogelgezwitscher und Flamencomusik, mal Bach, mal Ravel. Alles ist Musik und wird mit dem Körper entdeckt.

Vier Tänzerinnen und drei Tänzer bewegen sich scheinbar improvisiert, jeder seiner eigenen Stimme folgend. Mit “accords”, das sich mit

“Zusammenklänge” übersetzen läßt, zeigt Thomas Hauert eindrucksvoll, wie Musik und Tanz sich gegenseitig bedingen, in einen faszinierenden,

mal humorvollen, mal hintergründigen Dialog treten. Eine aufwändige Lichtregie und Sourround-Beschallung lassen dieses besondere Gastspiel 

zu einem ehrwürdigen Abschied der Reihe TANZ international aus dem Alten Hallenbad werden.

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- Aprendiendo a caminar otra vez
- Noch einmal Laufen lernen

Tanzinstallation des UnterwegsTheater Heidelberg mit
Video- und Klangräumen an verschiedenen Orten
Sechs TänzerInnen und Sprecher

Konzept und Regie: Jai Gonzales

Performer: Stavros Apostolatos, Pim Boonprakob, Ini Dill, Daniel
Drabek, Natascha Frantzi, Bernhard Fauser

Stimme: Matthias Horn
Licht: Norbert Mohr

! Geänderte Vorstellungstermine !
23.-27. Juli, 21 Uhr im AHa – Altes Hallenbad

Tickets zu 15,– Euro (10,– Euro erm.):
RNZ, ticketonline.de und Abendkasse

„Aprendiendo a caminar otra vez – Noch einmal Laufen lernen“ heißt die
vielleicht letzte Tanzinstallation, die von den Machern des
UnterwegsTheater im Alten Hallenbad gezeigt wird. Wieder einmal
verwandeln Jai Gonzales und Bernhard Fauser diesen öffentlichen Raum,
wie bereits 2003, als sie ihn mit dem Projekt „H2O“ aus seinem
Dornröschenschlaf wach küssten, in einen Ort der Kunst. Das Publikum
wandelt an vielen Stationen vorbei, erlebt das Alte Hallenbad in
zauberhaften Licht-, Video- und Tanzräumen, changierend zwischen
Düsterem, Lichtem, Ironischem und Humorvollem. Selbst der schmucklose
Parkplatz vor dem Alten Hallenbad wird zur Spielstätte für die
Akteure. In der Konzeption von Jai Gonzales verlassen diese den Raum,
bevor sie vom Publikum verlassen werden. Darin findet sich eine
subtile, ins Komische gewendete Anspielung auf die derzeitige Situation
des UnterwegsTheater und seiner Initiatoren wieder. „Wir werden uns
verabschieden, bevor man uns verabschiedet. Wir kämpfen für diesen
Raum, aber die Opferhaltung nehmen wir nicht ein. Verliert
die Stadt diesen einmaligen Kunstraum, ist sie selbst die Geschädigte.“

„Die Kunst, wie das Leben bewegt sich zyklisch. Der Anfang ist immer
wichtiger als das Ende“, meint Jai Gonzales. „Und wenn ich glaube,
ständig Neues schaffen zu müssen, dann bin ich blind für die
Begrenztheit meines Materials. Denn je mehr sich ändert, umso mehr
bleibt gleich. Wir als Tänzer und Choreographen arbeiten mit Elementen,
die man immer wieder benutzen kann. In neuen Kontexten, mit anderen
Tänzerinnen und Tänzern markieren sie verschiedene Facetten ihres
Sinns.“ In die Tanzinstallation „art ort 008“ fließen viele Elemente
aus früheren Produktionen mit ein, bewusste „Zitate“ für die
langjährigen Fans und zugleich eine Hommage an zwanzig Jahre
UnterwegsTheater. Jai Gonzales / Parvin Niroomand

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Tanzproduktion des UnterwegsTheater Heidelberg mit 7 TänzerInnen, Filmprojektionen und Klangräumen
Choreographie: Jai Gonzales
Musik: Terry Riley
Licht: Norbert Mohr

03.-06.07.2008, 20.30 Uhr, im Alten Hallenbad

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26.-29.06, 20.30 Uhr
19.-22.06., 20.30

Für die in Peru geborene und in Heidelberg lebende Choreographin Jai Gonzales ist „Zorn“ eine in der heutigen Gesellschaft unterdrückte, unauslebbare Emotion, die sich allenfalls in individuellen, grausamen Akten des Jähzorns entlädt. Im ursprünglichen „Zorn“ liege eine ungeheure, gewaltige Kraft: Das spiegelten nicht nur die großen Texte der griechischen Mythologie oder der Bibel wider.

Ist „Zorn“ etwa, wie die Liebe, ein dem Göttlichen zugesprochenes Gefühl – ein heiliges Gefühl?

„Zorn“ in seiner tieferen Bedeutung ist weit mehr als sich entladende Wut. „Zorn“ ist eine Reaktion auf Ungerechtigkeit und Leid. Wir haben verlernt, in diesem Sinne zornig zu sein. Heute ergehen wir uns in politischen „Empörungsdebatten“, die allenfalls dazu dienen, das nicht mehr Tolerierbare der wachsenden Ungerechtigkeit und Unterdrückung in ein familiäres, gesellschaftsfähiges Vokabular zu transformieren, grausame Bilder (man denke an die Banalisierung des Leidens und der Ungerechtigkeit durch die Medien) Wohnzimmer tauglich zu präsentieren.

„Zorn“ als Reaktion auf die Ungerechtigkeit in dieser Welt drängt auf politische Veränderung, darum ist „Zorn“ weit mehr als ein Begriff aus der Psychologie. „Zorn“ ist eine ethisch-moralische Haltung – aber kein Freischein zur Gewaltausübung.

Im „Zorn“ liegt die Kraft zur kollektiven Mobilisierung und damit zur politischen Veränderung. Den schmalen Grat zur kollektiven Verblendung hat die Menschheit mehr als einmal überschritten.

Im geschützten Raum der Bühne wendet sich Gonzales der unbändigen Kraft des „Zorns“ zu und verwandelt ihn in kontrollierte Bilder und Gesten.

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„Staub und Hauch“ im Alten Hallenbad, Heidelberg

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José Louis Sultán im Gespräch über die Uraufführung seiner Produktion Staub und Hauch

José Louis, am 5. Juni präsentieren Sie im Alten Hallenbad in Heidelberg Ihr neuestes Werk Staub und Hauch. Sie sind ein international gefeierter Tänzer und Choreograph. Was hat Sie dazu bewogen, dieses Stück im Rahmen der Reihe „Tanz international“ des UnterwegsTheaters, uraufzuführen?

Heidelberg ist für mich ein sehr emotionaler Ort. 1996 lernte ich die Choreographin Jai Gonzales kennen, die zusammen mit Bernhard Fauser das UnterwegsTheater in Heidelberg leitete. Ich selbst inszenierte damals für das Tanzensemble des Nationaltheaters in Mannheim Schwanengesang. Mich haben die Ideen und Produktionen der beiden Künstler seither immer wieder fasziniert und ich möchte Ihnen nach zwanzig Jahren UnterwegsTheater in Heidelberg mit dieser Uraufführung einen persönlichen Dank aussprechen.

Sie haben mit so renommierten Tänzerinnen wie Marcia Haydée und Choreographen wie Jean Christoph Blavier oder Chiara Tabesini gearbeitet. In Ihrer neuen Produktion sind Sie, ähnlich wie in dem Solo Kaddish von 1996, Tänzer und Choreograph in einem. Was bedeutet tanzen für Sie?

Tanz hat für mich keine nur schönen Seiten, nichts Dekoratives, Ästhetisches. Tanzen kommt mitten aus dem Leben, meinem und Ihrem schmerzvollen Leben. Tanz ist animalisch, brutal, ganz nah an den elementaren Dingen – aber nie ohne Zärtlichkeit. Auch Tiere haben ihre Seele, ihre Zärtlichkeit. Ich kämpfe jeden Tag mit meiner Geschichte: Ich habe argentinische, spanische, türkische und syrische Wurzeln. Meine Geschichten, meine Mentalitäten, meine Traditionen, selbst die mir vertrauten Gerüche und Geschmäcker sind in einer schmerzvollen Spannung. Der ganze Alltag der Menschen um mich herum ist voller Schmerz und Spannung. Ich bin der Schwamm, der alles in sich aufsaugt und es irgendwann wieder herauspresst. Manches in meinem neuen Stück schmeckt wie ein lieblicher Likör, anderes wiederum wie Essig. In „Staub und Hauch“ oszilliere ich zwischen den verschiedenen Schattierungen meiner Persönlichkeit. Ich trete in mich hinein und wieder heraus. Aber alles ist offen. Die Dinge entwickeln sich, werden nicht „erklärt“.

Haben Sie dennoch eine Botschaft für Ihr Publikum?

Wenn es mit gelingt, dass eine Zuschauerin oder ein Zuschauer den gleichen Schmerz empfindet wie ich, dann wünsche ich mir, sie oder er möge die Augen schließen und den eigenen Körper spüren, ihm zuhören. In dem Moment, wo dies gelingt, vertauschen sich die Rollen und Perspektiven. Wer ist dann der Tänzer, wer der Zuschauer? In diesem Moment gehe ich eine geheime Beziehung mit der Person ein, die sich mir in ihrem Schmerz offenbart.

Herr Sultan, vielen Dank für dieses Gespräch.
Parvin Niroomand

José Louis Sultán: Staub und Hauch
UA am 5. Juni 2008, 20.30 Uhr im Alten Hallenbad;
weitere Vorstellungen am 6. und 7. Juni jeweils 20.30 Uhr

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