artort011 – programmpunkte

Vor(w)ort

artort goes bahnstadt.
Das ZKM Karlsruhe kommt in die HebelHalle.
Das UnterwegsTheater hebelt trotz Interferenzen.
Und Sie sind auch unterwegs – oder fahren Sie lieber Bus ?

Der seit 2006 jährlich stattfindende ARTORT geht in diesem Jahr mit einem spektakulären Programm in die sechste Runde. Wieder geht es um das Zusammenspiel der Disziplinen Tanz, Architektur, Licht, Medien und Musik.
Unter dem Motto Disco_very Multipli_city werden diesmal ausgesuchte öffentliche und private Orte in der Bahnstadt in neue Erlebnisräume verwandelt.

Sie werden in diesem Jahr mit einem Bus an die einzelnen Kunstorte gebracht – oder fahren mit dem Fahrrad – sind also ständig selbst unterwegs – und entdecken Unerwartetes in neuen Zusammenhängen.

Ob internationale Performances aus den Bereichen Tanz und Parkour, temporäre Architektur in Zusammenarbeit mit Akteuren der Heidelberger Architektenkammer, romantisches Liedgut, gesungen aus einem Cabrio, Tanz mit einem Bagger oder am Seil, Raumskulpturen oder Licht- und Videoinstallationen;
der ARTORT 011 wird vielseitig, ungewöhnlich, mitreißend und präsentiert Ihnen die Bahnstadt, wie sie so nie wieder zu erleben sein wird !
Ihre
Bernhard Fauser & Jai Gonzales

artort011 goes bahnstadt ist eine Veranstaltung des UnterwegsTheaters,
gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, der Stadt Heidelberg, gesponsert von der Sparkasse Heidelberg, unterstützt von der EGH.

Beginn 20.30 Uhr – HebelHalle
Ensemble UnterwegsTheater
„Interferenz“

Choreographie/Konzept: Jai Gonzales
Raumintervention: Georges Rousse, Paris
Klangraum: Julie Rousse, Paris
Musik: Robert Schumann, Kreisleriana (1-6)
Pianist: David Serebrjanik, Taschkent
TänzerInnen:
Ini Dill, Wien
Lisa Wollsink, Amsterdam
Katharina Wiedenhofer, Frankfurt
Stavros Apostolatos, Athen
Emmanuel Obeya, Frankfurt
Florian Bücking, Berlin
Licht: Norbert Mohr, Frankfurt – Frank Laubenheimer, Nürnberg
Ton: Jai Gonzales
Bühnentechnik: Hamidreza Moradi
Organisation: Bernhard Fauser

In ihrer aktuellen Arbeit spielt Jai Gonzales mit der Überlagerung von Räumen. Zwei „Bühnenräume“, die eine eine raumgreifende Intervention des französischen Malers und Fotografen Georges Rousse, die andere eine Podestlandschaft mit Flügel, sind Aktionsfeld der TänzerInnen in „Interferenz“. Eine zusätzliche Überlagerung entsteht in der Musik; elektronische Klänge von Julie Rousse, Paris, und live Klaviermusik (Schumann), gespielt von David Serebrjanik. Es tanzen, texten, singen:
Ini Dill, Lisa Wolsink, Stavros Apostolatos, Florian Bücking, Emmanuel Obeya. Katharina Wiedenhofer

Interferenz beschreibt die Überlagerung von zwei oder mehr Wellen nach dem Superpositionsprinzip – also die Addition ihrer Amplituden (nicht der Intensitäten) während ihrer Durchdringung. Interferenz tritt bei allen Arten von Wellen auf, also bei Schall-, Licht-, Materiewellen usw. Löschen sich die Wellen dabei gegenseitig aus, so spricht man von (vollständiger) destruktiver Interferenz. Verstärken sich die Amplituden, so spricht man von konstruktiver Interferenz.

www.unterwegstheater.de

Georges Rousse, Paris
HEIDELBERG

Um auffälligen Schein und irritierendes Sein geht es in der Arbeit von Georges Rousse, dessen Umgang mit der Kunst der Anamorphose nun wieder in der HebelHalle zu erleben ist. Es ist die vierte Arbeit für das UnterwegsTheater,
(Altes Hallenbad 2007/ Lima 2008 / „Leben“ 2010 / artort 2011), diesmal nicht „nur“ die perspektivische Bemalung des Raumes mit geometrischen Farbflächen oder abstrakten Linienmustern, sondern die Schaffung einer neuen Raumkomposition in der Verknüpfung von großformatigem Foto und perspektivischer Raumskulptur.

„Aber handelt es sich nicht letztlich doch nur um eine Spielerei, um eine weitere illusionistische Technik, dem Auge eine im zweidimensionalen Bild nicht vorhandene Räumlichkeit vorzutäuschen? Ja natürlich, aber aus einem analytischen Interesse. Rousse geht es nicht um Gaukelei und Schönbildnerei, sondern gerade darum, Raum als Kategorie erfahrbar werden zu lassen und darum, diese als eine der Bedingungen für Erkenntnis überhaupt auszuweisen. Die anamorphotischen Zonen in seinen Bildern schaffen Vorstellungsräume, in denen die Dynamik des Raums selbst zum Reflexionsgegenstand wird. Blickt man auf die Phantasien mancher Städteplaner, könnte dies nicht nur aus ästhetischen Gründen eine lebenswichtige Übung sein. „Du mußt nur die Laufrichtung ändern“, lautet der zynische Rat der Katze in Kafkas „Kleiner Fabel“ an die Maus, die sich erst über ihre enger und enger werdende Welt beklagt und am Ende vor der offenen Falle steht. Womöglich hätte sie gut daran getan, nur frühzeitig die Blickrichtung zu ändern.“ Springer & Winckler, Berlin

www.georgesrousse.com

Ab 21.15 Uhr – HebelHalle
Transitions (1963-1978)
Internationale Videokunst aus der Sammlung des ZKM Karlsruhe

Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe baut mit seinem breiten Vermittlungsprogramm seit den frühen 1990er Jahren eine der weltweit umfangreichsten Videosammlungen auf. In Kooperation mit der interdisziplinären Theater- und Tanzplattform AHA! – Associated Heidelberg Artists werden im Künstlerhaus UnterwegsTheater in der Heidelberger HebelHalle nun erstmals Werke aus der Videosammlung des ZKM präsentiert.
Die Ausstellung Transitions (1963-1978). Internationale Videokunst aus der Sammlung des ZKM Karlsruhe versammelt zehn Positionen aus den ersten 15 Jahren der künstlerischen Arbeit mit dem elektronischen Bild. Sie spannt einen Bogen vom ersten „Videoband“, das der deutsche Fluxus-Künstler Wolf Vostell 1963 mit der Filmmontage Sun in Your Head aus bewegten Fernsehbildern geschaffen hat, über Arbeiten amerikanischer und europäischer Videokunst-Pioniere, wie Nan Hoover, Bruce Nauman, Ulrike Rosenbach und Bill Viola, bis hin zu einer kompilierten Videoarbeit des Koreaners Nam June Paik, der zugleich als „Vater der Videokunst“ gilt.
Der Übergang zum elektronischen Bild dient den Künstlern von Beginn an nicht nur einer bloßen Konservierung von Ereignissen. Vielmehr werden die neuen Medien in ihren bewegten Anfangsjahren zu einem Experimentierfeld für alle erdenklichen Formen künstlerischen Ausdrucks und dienen oft als Folie einer umfassenden Sozialkritik. Die in der Ausstellung präsentierten Videoarbeiten visualisieren Schwellenzustände und Grenzüberschreitungen, vor deren Hintergrund meist das Potenzial des Mediums selbst verhandelt wird. Um die Motive von Körper und Bewegung kreisend, schlagen die ausgewählten Werke darüber hinaus eine Brücke zu ihrem Präsentationskontext in Heidelberg, wo sie im Rahmen des Festivals ArtOrt gezeigt werden.
Kurator: Martin Hartung
Beteiligte KünstlerInnen: Marina Abramovic & Ulay, René Bauermeister, Peter Campus, Nan Hoover, Bruce Nauman, Dennis Oppenheim, Nam June Paik, Ulrike Rosenbach, Bill Viola, Wolf Vostell

www.zkm.de

ab 21.40 Uhr – Autohaus Dechent
Compagnie Retouramont, Paris
(vom 29.6.-3.7.)
„Cette immense intimité“

Vertikaltanz am Seil. Solo für einen Tänzer und eine Wand. Letztere wird von Bildern belagert, die live vom Choregraphen Fabrice Guillot manipuliert werden. Bilder, die weder einen Partner noch ein Double kreieren, vielmehr geht es um das Schaffen des Eindrucks eines Bades in Sensorik.
www.retouramont.com

ab 21.40 Uhr – Autohaus Dechent
Compagnie Sacude, Barcelona
(vom 6.-10.7.)
„False turn 2“

Atemberaubendes Duo am Vertikalseil mit Samuel Delgado und Maria
Carmen Alcazár Casas in bester spanischer Manier.
www.sacude.com

ab 22.15 Uhr – Ernst Forum
Lillevan, Berlin
Bewegte Symbolik

Lillevan ist ein international bekannter Videokünstler mit Sitz in Berlin, der die KlangBildGruppe Rechenzentrum (1997-2008) mitbegründet hat. Deren Performances und DVD Editionen wie auch die Kooperationen und Soloarbeiten wurden von Kritik wie
Publikum gleichermaßen gefeiert, brachten sie doch visuelle Musik, Animation, Schnitt und Filmbearbeitung zu neuen Ufern.
Auch heute wird seine Arbeit als eine Erkundung der Geschichte des Kinos bezeichnet, auf der Suche nach neuen Beziehungen zwischen Betrachter und Leinwand, zwischen Realität und projeziertem Bild.

www.lillevan.com


Ab 22.30 Uhr – Glycotope Laborturm
CRASH (vom 29.6.-3.7.)
outdoor Tanzperformance (20 min.)

Tanz/ Performance: Britta Lieberknecht, Reinhard Gerum

Eine Frau und ein Mann kämpfen spielerisch und lustvoll miteinander. Dabei geht ein Stuhl zu Bruch, aber mit Einfallsreichtum und Humor finden beide zueinander und werden ein Paar. Zwei Spanplatten markieren den Aktionsraum der Performer. Sie transformieren von Boden zu Wänden, schaffen Räume, trennen und verbinden. Starke Bilder einer Beziehung entstehen im Zusammenspiel von Frau, Mann und Objekt.
Die Vorversion des Stücks CRASH wurde in Kooperation mit dem Goethe Institut Barcelona für das urban dance festival Dies de Dansa Barcelona 2009 entwickelt.

www.britta-lieberknecht.de

Compagnie Ember, Brüssel
„und über den Rest weiß ich nichts“ (vom 6.-10.7.)

Tanz: Laura Arís Alvarez / Jorge Jáuregui Allue

Es ist ein Spiel zwischen zwei Personen, eine Herausforderung.
Es wird ihre Widerstandskraft testen, ihr Vertrauen und ihr Durchhaltevermögen.
Sie müssen einander vertrauen, sie müssen einander helfen, teilen und den gleichen Weg gehen. Kurz gesagt, es ist eine Liebesgeschichte.

Beide sind spanische Tänzer, die in Belgien leben. Nachdem sie für andere Compagnien wie Ultima Vez/Wim Vandekeybus, Lanónima Imperial, La Intrusa, General Electrica gearbeitet haben, sind sie seit 2009 auf der Suche nach ihrer eigenen
künstlerischen Sprache.

www.emberprojects.blogspot.com

ab 22.50 Uhr – Skylabs
Simraysir; Heidelberg
RAUMzeit011

Videoinstallation, Projektion auf 2 Raumseiten, Soundeffekte

RAUMzeit011 beschäftigt sich mit dem Thema Raum in Bewegung. Gebauter Raum, privater Raum, öffentlicher Raum, Straßen-, Stadt- und Landschaftsraum sind ständig in Bewegung. Wahrgenommen wird der Raum aber als statisches Objekt. Veränderungen an gebauten Räumen finden selten statt und Veränderungen des öffentlichen Raumes gehen meist so langsam von statten, dass sie kaum bemerkt werden. Eine Ausnahme bildet das Bahnstadt-Areal in Heidelberg, hier ist die Veränderung im Stadtraum direkt erkennbar. Eines der ersten, markanten, raumbildenden Objekte in der Bahnstadt ist das “SkyLabs” Gebäude.
Es eignet sich deshalb besonders gut für dieses Projekt.
Die Wahrnehmung von Räumen wird nicht nur durch die Raumgrenzen erzeugt. Raumgrenzen geben die Proportionen vor, die Atmosphäre wird von vielen weiteren Faktoren bestimmt: Material, Farbe, Licht, Möblierung, Bewegung, Ausstattung, Nutzung …. Im Spiel mit diesen Faktoren verändert RAUMzeit11 via Projektionen
einen Raum im Rohzustand in überraschender Art und Weise.

www.simraysir.de

ab 23.15 Uhr – Auf dem Baufeld I
“Zwischenräume”
Architektenkammer Heidelberg

Eine Gruppe von kunstbegeisterten Architekten der Kammergruppe Heidelberg hat sich zusammengefunden, einen Standort des ArtOrt-Parcours zu bespielen.
Das Publikum erwartet im Noch-Niemandsland des Bahnstadtgeländes ein Spaziergang durch die Zukunft des Viertels. Der Betrachter wandert einerseits durch bereits vorbereitete Baufelder, die den neuen Stadtteil erahnen lassen, andererseits durch eine brachliegende Erdlandschaft mit sich ständig verändernder Topographie.
Zwischen Niemandsland und Zukunft
werden auf einem Weg
durch die sich ständig verändernden Erdmassen
Zwischenräume des Lebens beleuchtet:
Feuerstellen als Symbol der Besiedlung, Graffitis als Inschriften der Geschichte bzw. kommenden Geschichte, mit einem Augenzwinkern erzählte Alltagsgeschichten über zukünftige Bewohner und eine Inszenierung der (Bau) Landschaft in Licht und Ton.

ab 23.15 Uhr – Auf dem Baufeld II
„Romantisches Liedgut aus dem Cabrio“

Matthias Horn, Bariton
Eva Lebherz-Valentin, Sopran
Cornelia Winter, Sopran

Fr. Holländer : Wenn ich mir was wünschen dürfte
J. Brahms : Feldeinsamkeit
R. Schumann: So wahr die Sonne scheinet
J. Brahms : Guten Abend, mein Schatz

Der Cabrio ist eine freundliche Leihgabe
von Herrn Christian Grimm, Firma 1blick.
www.1blick.de

kurz vor Schluß, 23.25 Uhr – Auf dem Baufeld III
„Baggertanz“

Musik: Chopin, Cellosonate
Baggerfahrer: H.Truxa
TänzerIn in wechselnder Besetzung:
Ini Dill, Florian Bücking, Bernhard Fauser

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