Stimmen aus dem Gemeinderat – Stadtblatt 16.4.08

FDP
Dr. Annette Trabold
Mir war es klar

am 25.7.07, als die Investoren Weidenhammer den Zuschlag für das Alte Hallenbad mit dem Hauptmieter UnterwegsTheater mit deutlicher Mehrheit von 22:17 Stimmen erhalten hatten, dass die Stadt diesen Beschluss nicht ernsthaft unterstützen wird. Dazu musste man nicht einmal den Umgang mit dem Investor in der öffentlichen Sitzung oder die auch für gemeinderätliche Ohren hörbaren Ermutigungen seitens der persönlichen Referentin des OB an den unterlegenen Mitbewerber erlebt haben. Nun: Diese Investoren und das UnterwegsTheater gehören leider nicht „dazu“, zum Kartell der Schulterklopfer und selbsternannten Meinungsmacher dieser Stadt. Pech gehabt! Pech auch, dass eine gründliche Bauanalyse der Investoren nun gezeigt hat, dass man für das seit 27 Jahren leer stehende Gebäude rund 10 Millionen Euro investieren müsste – und das bei der baulich schonendsten kulturellen Lösung nebst Erhalt des besten Kammermusiksaals (Herrenbad) dieser Stadt. So sind die Investoren, die keine Mäzene sind, leider abgesprungen. Und: Hallo Herr Kulturdezernent, ja hallo, Sie: das UnterwegsTheater wird dieses Jahr 20 Jahre alt und hat ab dem 31.7.08 wieder keine Spielstätte – schlagen Sie doch mal was Realistisches vor, schließlich sind auch 56 Prozent der Heidelberger/innen für eine Nutzung des Hallenbads durch das Unterwegstheater.

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DIE HEIDELBERGER
Nils Weber
Pyrrhus-Sieg

Selbst klammheimliche Freude will sich bei der Nachricht über das Scheitern der Brüder Weidenhammer als Investoren für das Hallenbad nicht einstellen. Allenfalls verärgertes Kopfschütteln über all diejenigen, die nicht glauben wollten, dass das Theater-Modell sich vorne und hinten nicht rechnet. Das haben Herr Kraus und andere Leute vom Fach von vornherein prophezeit. Gleichwohl haben unsere alles besser wissenden Commerz-Gegner und Kulturprotagonisten ein gemeinderätliches Bündnis geschmiedet, den anderen Beteiligten mit wochenlangen Diskussionen die Zeit gestohlen und am Ende sogar eine Mehrheit erzielt. Heute wissen wir, dass es ein Pyrrhus-Sieg war, ein scheinbarer Sieg nur, für den ein zu hoher Preis bezahlt werden muss: Monatelanger Stillstand fürs Hallenbad und für Bergheim, enttäuschte Hoffnungen bei den Fausers und vermeidbare Verzögerungen für diejenigen Investoren, die seriös gerechnet haben. Es bleibt zu hoffen, dass die nächste gemeinderätliche Hallenbad-Entscheidung auf einer etwas nüchterneren und belastbareren Kalkulation basiert.