Als Bürger dieser Stadt erwarte ich von der Verwaltung und vom Gemeinderat ordentlich durchgeführte und sachlich begründete Arbeit und Entscheidungen. Die ganze Prozedur um die Vergabe des Alten Hallenbades erinnert dagegen mehr und mehr an eine Schmierenkomödie. Führen wir uns nur noch einmal die Stationen dieses Stückes vor Augen: Es gibt einen Investor für das äußerlich verwahrloste Bauwerk. Schon wird das Hallenbad als verkauft in den Medien lanciert. Wer hat das wo beschlossen? Die Folge: Der Gemeinderat wehrt sich. Das Alte Hallenbad wird öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben. Nach der Ausschreibung erhält ein anderer Investor den Zuschlag. Es scheint als sei die “Heidelberger Philharmonie” (so der deutsche Komponist Hans-Joachim Hespos während einer Veranstaltung im Aha) gerettet. Dabei werden aber europäische Vergaberichtlinien übersehen. Der Zuschlag wird rückgängig gemacht. Das passt einigen sehr gut. Die schämen sich nicht einmal, das mit einer gewissen Häme hinter vorgehaltener Hand oder auch öffentlich zu sagen. Jedenfalls muss erneut ausgeschrieben werden. Nun aber die Überraschung: Der Gewinner der ersten Runde zieht entmutigt zurück. Zu hohe Sanierungskosten. Zu wenig Unterstützung durch die Stadt. Gibt es da doch andere Interessen als dem Willen des Gemeinderates nachzukommen, wie es sich eigentlich für eine Verwaltung gehört? Nach langem hin und her bleibt letztlich derjenige übrig, der schon zu Beginn das Hallenbad unter der Hand bekommen sollte. Jetzt müsste es spätestens in allen wachen Köpfen klingeln. Der Gemeinderat beschließt gleichwohl nach kontroverser Diskussion den Verkauf. Wir kommen zum großen Finale: Dem Gewinner passt der Prozess der Entscheidungsfindung im Gemeinderat nicht. Die Unterzeichnung des Kaufvertrags wird ausgesetzt.

Das alles geschieht, während das Unterwegstheater als Mieter dem Alten Hallenbad mit Musik und Tanz neues Leben einhaucht.  Nun ist das Leben vorbei. Die Philharmonie ist zu, das Unterwegstheater ausgezogen. Der alte Kasten gammelt wieder. Jetzt auch von innen. Erstaunt bleiben die Menschen dieser Stadt zurück mit offenen Fragen:

Wer regiert hier wen? Wer bestimmt die Spielregeln? Wie ist es um die politische Kultur dieser Stadt bestellt?

Maximilian Heßlein, 23.10.08

 

Der Marktforscher und die “normative Kraft des Faktischen”

Herr Hörnle zitiert in seinem Artikel Herrn Kremer von der GIM als Interpreten der von seiner Firma - die GIM ist kein “Institut”, wie Herr Hörnle schreibt, sondern eine ganz normale Firma, die anderen Firmen hilft, ihre Produkte im Markt zu platzieren - erhobenen Daten mit seiner doch recht einfältigen Auslegung: dass der Umbau des Schlossgartens in eine historische Fiktion namens Hortus Palatinus keine Mehrheit unter den Heidelberger Bürgern findet, tut er ebenso als Wirkung der “normativen Kraft des Faktischen” ab, wie die Tatsache, dass eine klare - die absolute! - Mehrheit der Befragten eine kulturelle Nutzung des Alten Hallenbades als Spielstätte des Unterwegstheaters wünscht - simpler geht’s ja wohl nicht !( Wie erklärt er sich eigentlich die Abwahl von Regierungen oder Oberbürgermeistern?)

Aber zur Sache: wie begründete sich denn in diesen beiden Fällen die “normative Kraft des Faktischen”? - Der Schlossgarten hat sich im Laufe von zweieinhalb Jahrhunderten, ohne je ein Renaissancegarten gewesen zu sein, als romantischer Garten bis in die heutige Zeit entwickelt. Das ist das “Faktische”! Was soll dann der - konsequenterweise von den Denkmalpflegern und Kunsthistorikern auch abgelehnte - Geschichtsrevisionismus, einen fiktionalen Zustand an die Stelle des historisch gewachsenen zu setzen? Die “normative Kraft des Faktischen” ist hier ja wohl der Lauf der Geschichte. Und wenn der kluge Bürger nicht Wunsch und Wirklichkeit verwechselt, also im besten Sinne geschichtsbewußt ist, ist er selbstverständlich gegen einen Erlebnispark a la Renaissance!

Und wo verortet Herr Kremer die “normative Kraft des Faktischen” im Falle der Alten Hallenbades? - Bei einem Gemeinderatsbeschluss! Was für eine grandiose Überschätzung - dem Gemeinderat mag’s wohl schmeicheln - einer Abstimmung ( das “Faktische” ) als “normativer Kraft”!

Wie wär’s dagegen mit folgender Interpretation: Das UnterwegsTheater hat das Alte Hallenbad durchgehend zwei Jahre - und gelegentlich auch in den Jahren davor - für eigene Inszenierungen und die Präsentation anderer, und vor allem auch internationaler, Produktionen erfolgreich - und vom Publikum begeistert aufgenommen - genutzt, mit Besucherquoten auf die jedes Stadttheater neidisch sein kann. Das ist hier das “Faktische”!  - Dem leider aber nicht genug Zeit gelassen wurde, die von Herrn Kremer strapazierte “normative Kraft” zu entwickeln.

Das “Faktische” ist aber auch, dass die erste Ausschreibung des Alten Hallenbades im Jahr 2007 gegen eine klammheimliche Übergabe an Herrn Kraus erst ‘mal durchgesetzt werden mußte. Und dass in dem Bereich, in dem das “Faktische” in der Stadt realisiert wird, nämlich in den Verwaltungsorganen der Stadt, klare Präferenzen hinsichtlich Herrn Kraus gegenüber anderen Interessenten gepflegt wurden. Und wenn der kluge Bürger diese beiden Dinge vergleicht, kommt er doch wohl zu dem Schluss, dass die “Kraft des Faktischen” offensichtlich eher auf der Seite von Herrn Kraus tätig ist. Hoffen wir, dass sie in diesem Fall wenigstens nicht “normativ” ist.

(Sollte Herr Hörnle Herrn Kremer falsch zitiert haben, bitte ich Herrn Kremer ausdrücklich um Entschuldigung.)

Dr. Günter Krämmer, Heidelberg, 23.10.08

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem nun eine Welle der Sympathie für den Unternehmer Hans-Jörg Kraus aus den in der RNZ veröffentlichten Leserbriefen brandete, möchte ich es doch wagen, einige kritische Gedanken zu äußern:

Es ist ein Zeichen unserer Demokratie, wenn Entscheidungen in einem Gremium wie dem Heidelberger Stadtrat kontrovers diskutiert werden. Vor einem Jahr hatten sich die Räte bzgl. des Alten Hallenbades für ein Kulturkonzept entschieden. Bedauerlich für alle Freunde des Tanztheaters ist die Entscheidung  nun für das Konsumkonzept von Herr Kraus getroffen worden, bedauerlich aber demokratisch. Warum zögert Herr Kraus nun? Es handelt sich doch hier um  einen erfahrenen Unternehmer, der sicher schon einige schwierige Verhandlungen, die bestimmt nicht immer mit Samthandschuhen geführt wurden, hinter sich hat. Vielleicht ist sein Zögern auch auf einen ökonomischen Zweifel zurückzuführen. Schon die versierten Unternehmerbrüder Weidenhammer hatten sich ja in jüngster Vergangenheit von der Übernahme des Alten Hallenbades distanziert. Sollte das alte Hallenbad in den Händen der Stadt Heidelberg bleiben, wäre über eine Möglichkeit das Bad an das renommierte Unterwegstheater zu vermieten, nachzudenken. Denn dieses hat ja bekanntlich kein Dach mehr über dem Kopf!

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Monika Jost-Ullmann, Eppelheim, 24.10.08

Altes Hallenbad

Gemeinderatssitzung 16.10.08

  •   Es ist gut und wir begrüßen es, dass nach so vielen Jahren das Alte Hallenbad endlich eine Chance auf Erhalt hat!

    •   Es ist auch gut gewesen, dass der Gemeinderat den freihändigen Verkauf im Frühjahr 2007 gestoppt hat, schade ist, dass der Gemeinderat es damals aus vermeintlichem Zeitdruck versäumt hat, sich über Verkaufs- und Nutzungskriterien zu verständigen

    •   Wir bedauern, dass dem Procedere seit der Absicht zum freihändigen Verkauf bis zum tatsächlichen Verkauf an genau den gleichen Investor ein Geschmäckle anhaftet:

    •   Es ist schade, dass der Eindruck entstanden ist, dass die Stadtverwaltung nicht alle interessierten Investoren in diesen 1 ½ Jahren gleich behandelt hat

    •   Es ist bedauerlich, dass die Investoren, die den gemeinderätlichen Wunsch nach einer vorwiegend kulturellen Nutzung ernst genommen haben, daran gescheitert sind, dass das für dieses Objekt wirtschaftlich nicht darstellbar ist - über merkwürdig widersprüchliche Auskünfte, Auflagen und Einschränkungen aus städtischen Ämtern und teilweise erschreckend wenig Kooperation möchte ich mich hier nicht mehr auslassen….

    •   Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist aber schon, dass den Zuschlag jetzt ein Investor erhält, dessen Nutzungskonzept eine kulturelle Nutzung nur äußerst rudimentär vorsieht!

    •   Nicht zuletzt ist es mehr als bedauerlich, dass nun mit dem Verkauf eine hochkarätige Spielstätte der kulturellen Nutzung entzogen wird:

    •   Das ganze Gebäude, speziell aber das Herrenbad mit seiner einzigartigen Akustik fallen zukünftig insbesondere für die musikalische Nutzung weg.

    •   Eine für cross-over Kulturnutzungen einzigartige Spielstätte “entgeht” uns, eine Spielstätte, die in der Metropolregion absolut einzigartig hätte sein können

    •   Auch die Tatsache, dass das Unterwegstheater mit der fast legendären H2O-Show uns diese Spielstätte erst erschlossen hat, seither mit großer, auch internationaler Resonanz die Möglichkeiten dieser Spielstätte ausgelotet hat - und jetzt, als trendsetter in Sachen Altes Hallenbad - einfach leer ausgeht, erfreut uns nicht.

Judith Marggraf

Dr. Annette Trabold, FDP,

(es gilt das gesprochene Wort, daher kleine mündliche Abweichungen bei der gehaltenen Rede)

 

 

Ich werde gegen den Verkauf stimmen, denn heute ist ein trüber Tag für die politische Kultur in unserer Stadt und auch ein trüber Tag, so wie das Wetter, für die Kultur allgemein in unserer Stadt.

Ich habe in meiner langjährigen Gemeinderatstätigkeit bisher noch nie so hautnah erlebt, wie ein mit großer Mehrheit (und 22:17 ist für Heidelberger Verhältnisse eine große Mehrheit) gefasster Gemeinderatsbeschluss von Seiten des damaligen Baudezernenten und einiger Verwaltungsmitarbeiter von Anfang an unterlaufen wurde.

Besonders empörend ist dabei, dass dies bereits am 25.Juli 2007 – also am Beschlusstag noch in der gleichen Gemeinderatssitzung – von Seiten der persönlichen Referentin des Oberbürgermeisters dem unterlegenen Investor Kraus – leider hörbar für gemeinderätliche Ohren – angekündigt wurde.

Dort sagte nämlich Frau Huber Herrn Kraus, dass er noch nicht aus dem Rennen sei, dass die  Sache sich eh´ nicht tragen werde, dass man neu ausschreiben werde und Herr Kraus dann den Zuschlag erhalten werde.

Der Gemeinderat ist noch nie so plump und mit Ansage über den Tisch gezogen worden und ich frage Sie, ob Sie sich das wirklich bieten lassen wollen..

Mit diesem Versprechen der persönlichen Referentin im Ohr, wundert man sich nicht mehr, dass nur noch ein Bieter – nämlich Herr Kraus – übrig bleibt.

Man wundert sich auch nicht, wenn man sich die Mühe gemacht hat, mit Weidenhammers, die den Zuschlag am 25.7. für das Kulturkonzept erhielten, und mit Herrn Hoepfner, der nach der europaweiten Ausschreibung noch im Rennen war, einmal darüber zu sprechen, wie die Gespräche in der Verwaltung so abgelaufen sind. Ich habe mir die Mühe gemacht. Das vornehm formulierte Fazit: Die Verantwortlichen schienen kein Interesse an Ihnen, den Investoren, zu haben. Ja, man fühlte sich als Investor wie ein Bittsteller behandelt, so die wörtliche Aussage. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass beide Investoren in Sachen Parkplätze (also Stellplatzverpflichtungen) im Unklaren gelassen wurden und wechselnde Auskünfte erhielten. Man forderte von Herrn Hoepfner sogar seitens der Verwaltung, eine Tiefgarage unter das Herrenbad zu bauen. Die Stellplatzfrage scheint aber heute auf einmal kein Thema mehr zu sein. Die Tatsache, dass sich Weidenhammers nicht genug von der Verwaltung unterstützt fühlten, führte auch dazu, dass sie sich nach der europaweiten Ausschreibung nicht mehr bewarben und ist nach ihrer Pressekonferenz in der Presse auch so nachzulesen oder im Radio zu hören gewesen(z.B. Mannheimer Morgen, 11.4.08: Als Gründe für den Verzicht führten sie deutlich höhere Sanierungskosten und mangelnde Unterstützung von Seiten der Verwaltung an.) Da verrate ich kein Geheimnis.

 

Heute ist auch ein trüber, ja schwarzer Tag für die Kultur, weil der Gemeinderat ohne Not Heidelbergs besten Kammermusiksaal – das Herrenbad – einem vagen Marktkonzept opfern will. Und auch Herr Kraus stellt am 13.8.08 in der RNZ fest: „Das Herrenbad ist als Markthalle zu klein“. Na prima, das sage ich seit zwei Jahren!

Dass dies der beste Kammermusiksaal der Stadt ist, kann man auch in vielen Rezensionen der letzten Monate der RNZ im Feuilleton nachlesen. Das ist nicht nur meine Meinung. Das Konzept von „aHa“ wurde in der Sparte Off-Theater im Fachmagazin „deutsche Bühne“ schon zum zweiten Mal gewürdigt – insbesondere wegen der internationalen Ausstrahlung. (vgl. RNZ, 2./3.8.2008). Es ist doch grotesk, dass wir 50.000 Euro für ein Gutachten von Roland Berger ausgeben, wie wir Kreative in unsere Stadt bringen und dort halten können, und auf der anderen Seite einen idealen Raum für Kreative dieser Stadt zu einer Markthalle machen wollen. Diese Argumente zählen hier aber nicht, man will es ja gar nicht wissen. Man unterliegt ja auch dem Irrglauben, dass eine dringend notwendig gewordene Theatersanierung schon ein Beitrag zur Kulturpolitik sei.

 

Meine Damen und Herren, zum vorgelegten Konzept selbst: Das steht auf so morschem Fundament wie der Keller des Hallenbades selbst. Zum ersten Mal nach langer Zeit wurde von Weidenhammers eine Untersuchung der Bausubstanz in Auftrag gegeben, die den tatsächlichen Zustand zutage förderte. So wären ja schon bei einer behutsamen Sanierung des Damen- und des Herrenbades ca. 10 Millionen Euro zu investieren gewesen. Bei einer funktionalen Veränderung mit Abzugshauben für Gastronomie, Lüftung, Abwasser etc., wäre der Betrag wesentlich höher. Auch ist die Nutzung der Kellerräume, aber auch besonders die Nutzung des Dachgeschosses sehr problematisch und eigentlich nicht machbar.

 

 - Ich frage mich auch: Liegt eine Zusage des Kooperationspartners „Naturfabrik“ vor, wie soll sich das Konzept neben dem in der Nähe liegenden Füllhorn, Alnatura und Aldi mit Bioabteilung bewähren?

 - Stimmt es, was ich gehört habe, dass der vorgesehene Betreiber für die Gastronomie abgesagt hat, weil er keine 16 Euro anstelle von 10 Euro pro Quadratmeter Miete zahlen möchte/kann?

 - Wir kämpfen um das Überleben der Wochenmärkte in unseren Stadtteilen, wie soll sich eine Markthalle in Bergheim tragen?

- Wie aktuell ist angesichts der Bankenkrise die vorgelegte Bankbürgschaft?

Ich stelle daher den Antrag, dass – im Falle des Verkaufs an den Bewerber – dem Finanzausschuss der Kaufvertrag vor Abschluss nochmals vorgelegt wird.

 

All die Fakten machen deutlich: Der Gemeinderat ist dabei, ein Filetgrundstück in Bergheim, im Zentrum der Stadt, für 360.000 Euro netto zu verkaufen in vollem Bewusstsein, dass das Konzept so wie vorgelegt nicht realisierbar ist. Der Gemeinderat hat im Übrigen die europaweite Ausschreibung auch deshalb gemacht, weil dort die kulturelle Nutzung des historisch wertvollen Jugendstilbades festgelegt werden sollte. Davon ist nun nichts mehr übrig. Worauf das nun letztendlich hinausläuft, ist abzusehen…..

Im Übrigen möchte ich auch darauf hinweisen, dass nach meinen Informationen auch kein „Rechtsanspruch“ des Bewerbers auf Zuschlagserteilung besteht, wie in der Vorlage der Stadt Seite 3.4. geschrieben. Vielmehr ist die Sache so:

 

Es gibt eine EuGH - Entscheidung vom 16.9.99 (C 27/98), nach der bei einem einzigen Bieter die europarechtlichen Normen keinen Anspruch auf Zuschlag  gewähren. Gleiches gilt auch für das nationale Recht (Kapellmann/Messerschmidt, § 28 VOB/A, Rn. 12 mit Nachweisen aus der Rechtsprechung).

Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Zuschlag aus dem Vergabeverfahren, jedoch einen Anspruch auf ordnungsgemäßen ABSCHLUSS des Vergabeverfahrens.

Bei nur einem Bewerber bedeutet dies tatsächlich entweder Vergabe an den einen Bewerber, oder aber Aufhebung des Vergabeverfahrens.

Da  für die Aufhebung vorliegend wohl keine Gründe existieren, käme bei einer Aufhebung (also einer Nicht-Vergabe) ein Schadenersatzanspruch des Bewerbers in Betracht.

Ergo: die Stadt hätte formulieren müssen: Es gibt einen Anspruch des Bewerbers auf ordentlichen Verfahrensabschluss, da die Stadt/Gemeinderat mit der Ausschreibung sich für ein spezielles Verfahren “entschieden” hat, an dessen Regeln sie/er sich generell halten muss.

Daraus muss die “Empfehlung” resultieren mit “Ja” zu stimmen, da anderenfalls Schadenersatz (Kosten f. die Bewerbung und entgangener Gewinn des Bewerbers) mit Sicherheit zu leisten wäre.

 Ein Rechtsanspruch auf Zuschlag besteht also nicht, also verhält man sich auch nicht ungesetzlich, wenn man mit “Nein” stimmt. Folge einer GR-Ablehnung wäre dann nur ein Schadensersatz-Anspruch des Bieters.

 

 Scheuen Sie sich also daher nicht, mit NEIN zu stimmen.

Zum Thema „Alternativen“ möchte ich noch etwas bemerken, da ja immer gesagt wird, es existierten keine Alternativen:

Ich habe am 03.8.08 einen Brief an den Oberbürgermeister geschrieben, in dem ich einen Kompromissvorschlag für die Interessen des verbliebenen Investors und den Erhalt des Herrenbads als städtischen Kulturort unterbreitet habe. Soweit mir bekannt, gibt es nämlich künftig Landesmittel zur Sanierung von Kleintheatern. Da hätte man vielleicht eine Kombination als Kompromiss vorsehen können. Auf diesen Brief erhielt ich am 25.08. ein von einem Mitarbeiter des Liegenschaftsamtes verfasstes Schreiben, unterzeichnet vom Ersten Bürgermeister, das leider auf meinen Vorschlag nicht eingeht.

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

stimmen Sie aus den dargelegten Gründen mit „Nein“.


Foto: Thomas Gramm

www.thomasgramm.com

 

Freitag, 3.10. und Samstag, 4.10.08, 20 Uhr

Altes Hallenbad Heidelberg / Eingang Poststraße

Abendkasse ab 19 Uhr

Eintritt: 15,– Euro, 10,– Euro ermäßigt

Thomas Hauert und seine Brüssler Kompagnie ZOO zeigen im Alten Hallenbad die gefeierte 

Choregraphie “accords”, die zur “besten Tanzshow” des Jahres in Belgien gekürt wurde.

Sacrale Klänge neben Vogelgezwitscher und Flamencomusik, mal Bach, mal Ravel. Alles ist Musik und wird mit dem Körper entdeckt.

Vier Tänzerinnen und drei Tänzer bewegen sich scheinbar improvisiert, jeder seiner eigenen Stimme folgend. Mit “accords”, das sich mit

“Zusammenklänge” übersetzen läßt, zeigt Thomas Hauert eindrucksvoll, wie Musik und Tanz sich gegenseitig bedingen, in einen faszinierenden,

mal humorvollen, mal hintergründigen Dialog treten. Eine aufwändige Lichtregie und Sourround-Beschallung lassen dieses besondere Gastspiel 

zu einem ehrwürdigen Abschied der Reihe TANZ international aus dem Alten Hallenbad werden.

09.10.2008 - Altes Hallenbad – AHa! 20:00 Uhr

 

Konzert – Werke der Französischen Romantik

Kompositionen für Trompete und Klavier von Francaix, Debussy, Ravel, Koechlin u.a..

Reinhold Friedrich, Trompete

Eriko Takezawa, Flügel

Altes Hallenbad, Eingang Poststraße

Karten: 15,- €/ 10,- €

Reservierung: info@unterwegstheater.de

 

Mit diesem aussergewöhnlichen Konzert verabschiedet sich das UnterwegsTheater von Heidelbergs zweitschönster Ruine und deren wunderbaren Akustik. 

 

Reinhold Friedrich, geboren 1963 in Weingarten, gehört zu den gefragtesten Trompetern unserer Zeit. Seit dem internationalen Wettbewerb der ARD in München, den er 1986 gewann, ist er auf den wichtigen Podien der nationalen und internationalen Musikszene vertreten. Er konzertierte als Solist mit Ensembles wie den Berliner Barocksolisten, dem Baseler Kammerorchester, der Stuttgarter Bachakademie, der Cappella Istropo-litana, dem Franz-Liszt-Kammerorchester, dem Wiener und dem Zürcher Kammerorchester; außerdem mit dem Luzerner Festspielorchester, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Sinfonieorchester des Nord-deutschen Rundfunks. Reinhold Friedrichs Spektrum reicht von alter Musik und ihren historischen Originalinstrumenten wie der Barocktrompete und der Klappentrompete bis zur neuesten Sololiteratur. Seit 1989 hat Reinhold Friedrich eine Professur für Trompete an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe inne. Es liegen zahlreiche ausgezeichnete CDs mit ihm vor. Tourneen führten Reinhold Friedrich nach Japan, Israel, Monte Carlo, Portugal, Ungarn, Jugoslawien, Österreich, die Schweiz, Kirgisien und die Mongolei.

Eriko Takezawa wurde in Hiroshima geboren. Ab dem 5. Lebensjahr erhielt sie Klavierunterricht. 1984 kam sie nach Deutschland und studierte bei Naoyuki Taneda und Wolfgang Manz an der Musikhochschule Karlsruhe. 1995 schloß sie das Konzertexamen mit Auszeichnung ab. Meisterkurse bei J.Uhde, E. Picht-Axenfeld und S. Dorenskij u.a. rundeten ihre Ausbildung ab. Als Solistin errang Eriko Takezawa Auszeichnungen bei Wettbewerben auf nationaler und internationaler Ebene, so z. B. den 1. Preis beim internationalen Klavierwettbewerb in Ostuni (Italien) 1994. Auftritte im Rundfunk sowie CD-Aufnahmen folgten. Seit 1994 hat sie einen Lehrauftrag für Korrepitition an der Musikhochschule Karlsruhe. Ihre Konzerte fanden auf bedeutenden Bühnen in Deutschland, Korea, Japan, Spanien, Österreich, Italien, Frankreich, Bulgarien und der Slovakei statt. Seit 2000 ist Eriko Takezawa auch an der Musikakademie in Basel (Schweiz) tätig, sowie seit 2004 an der Musikhochschule in Frankfurt und dem Konservatorium „Miskene in San Sebastian (Spanien).